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Im äußersten Nordosten Algeriens · Nationalpark und Feuchtgebiete

El Kala: zwei Seen mit unterschiedlichem Wasserhaushalt

Der saisonal wasserführende Süßwassersee Tonga ist mit dem Mittelmeer verbunden, während Oubeïra in einem abflusslosen Becken liegt. Die unterschiedlichen Wasserverhältnisse machen die Feuchtgebiete von El Kala besonders interessant. Wasserpflanzen und Vögel finden hier Lebensraum zwischen Dünen und bewaldeten Hügeln; zum größeren Schutzgebiet gehören auch Wälder und Meereslebensräume.

Flaches Wasser und Sumpfpflanzen vor niedrigen Hügeln unter einem wolkenreichen Himmel.
Ein kleines Feuchtgebiet im Nationalpark El Kala. Amine Mb · CC BY-SA 4.0
Lage
Im äußersten Nordosten Algeriens
Tonga
Ein saisonal wasserführender Süßwassersee im Nationalpark El Kala mit Verbindung zum Mittelmeer
Oubeïra
Ein endorheischer Süßwassersee, der für die Grundwasserneubildung wichtig ist

Tonga und Oubeïra sind beide Süßwasserseen, doch das Wasser nimmt in ihren Landschaften unterschiedliche Wege. Tonga führt saisonal Wasser und ist mit dem Mittelmeer verbunden; Oubeïra liegt in einem abflusslosen Becken. Diese Unterschiede im Wasserhaushalt sagen mehr über El Kala aus als eine Tour, die lediglich von einem ähnlichen Seeufer zum nächsten führt. Hier, im äußersten Nordosten Algeriens, gehören zu den Feuchtgebietslandschaften auch bewaldete Hügel, Feuchtwälder und Dünen.

Tonga und seine bewaldeten Ufer

Das Feuchtgebiet um den Tonga-See liegt im Nationalpark El Kala. Der saisonal wasserführende Süßwassersee und seine Verbindung zum Meer gehören zu einem System, das auch bewaldete Hügel, Feuchtwälder und eine Sanddünenlandschaft umfasst. Wasserpflanzen sind ein wichtiger Bestandteil des Lebensraums im See. Die offene Wasserfläche ist deshalb nur ein Teil dieses Lebensraums; auch die Uferbereiche und das umliegende Land verdienen Aufmerksamkeit.

Verschiedene Reiherarten brüten hier, ebenso wie Rohrweihen und weitere Wasservögel, darunter auch bedrohte Arten. Seine Bedeutung als Brutgebiet macht Tonga ökologisch besonders interessant. Bei einem Besuch des Feuchtgebiets lohnt es sich, auf das Zusammenspiel von Wasser, Vegetation und angrenzenden Lebensräumen zu achten. Die Vogelwelt ist dabei ein Teil des Ganzen.

Oubeïras abflussloses Becken

Oubeïra ist ein endorheischer See: Sein Becken hat keinen oberirdischen Abfluss. Das Feuchtgebiet umfasst auch ein großes Dünensystem und spielt eine wichtige Rolle bei der Grundwasserneubildung. Beide Seen führen Süßwasser, doch durch Tongas Verbindung zum Meer unterscheiden sich ihre hydrologischen Verhältnisse deutlich.

Auch die Pflanzenwelt macht Oubeïra interessant. Wassernuss, Trapa natans, und Gelbe Teichrose, Nuphar luteum, werden in der Ramsar-Beschreibung des Gebiets genannt. Schon diese beiden Arten sind gute Gründe, sich der Vegetation eingehender zu widmen. Wer sich für die Ökologie des Sees interessiert, kann sich für die Wasserpflanzen und ihre Umgebung ebenso viel Zeit nehmen wie für das Bestimmen der Vögel.

Brutvögel und Wintergäste

Tongas Brutvögel und Oubeïras jahreszeitlich wechselnde Vogelwelt prägen die beiden Feuchtgebiete auf unterschiedliche Weise. Am Oubeïra kommen zu den ganzjährig dort lebenden Vögeln überwinternde Weißkopfruderenten, Graugänse und Kormorane hinzu. Die Unterscheidung zwischen Standvögeln und saisonalen Gästen ist aufschlussreicher als eine Liste, die sämtliche Arten zusammenfasst.

Wer zur Vogelbeobachtung kommt, sollte vor allem Geduld mitbringen. Einen geeigneten Gewässerabschnitt mitsamt seiner Vegetation länger zu beobachten, kann ergiebiger sein, als auf der Suche nach einer bestimmten Art immer wieder den Standort zu wechseln. Interessant sind auch der Lebensraum und die Jahreszeit, nicht nur die Artbestimmung. So kann ein Besuch lohnend sein, ganz gleich, welche Vögel an diesem Tag zu sehen sind.

Über die Süßwasserseen hinaus

Im Biosphärenreservat El Kala kommen Meeres-, Dünen-, Seen- und Waldökosysteme in einer Landschaft zusammen. In seinem Meeresbereich gibt es Korallen und Posidonia-Seegraswiesen. Das Meer hat damit neben den Süßwassersystemen im Landesinneren eine eigene ökologische Bedeutung.

Die Nominierung des Reservats bei der UNESCO erfolgte 1990. Der Blick auf das gesamte Gebiet hilft, die Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Lebensräumen von El Kala zu verstehen. Auch wer den größten Teil seines Besuchs an einem einzigen See verbringt, kann das dort Sichtbare dadurch besser einordnen: Die Süßwassergewässer sind Teil einer Region, zu der auch Wälder, Dünen und Meereslebensräume gehören.

Wasser und Wald als Lebensgrundlage

Landwirtschaft, extensive Viehhaltung, Imkerei, Fischerei und Waldnutzung gehören zu den Erwerbsgrundlagen im Reservat. Wasser und Wald sind nicht nur für den Naturschutz wichtig, sondern werden auch im Alltag genutzt. Die Region ist bewohnt; lassen Sie den Menschen bei einem Besuch deshalb Raum für ihre Arbeit. Auch wer einen Tag lang Vögel oder Wasserpflanzen beobachten möchte, kann dabei Rücksicht auf die Menschen rund um die Seen nehmen.

Erst den See wählen, dann den Besuch planen

Tonga und Oubeïra sind jeweils als eigenständige Ramsar-Feuchtgebiete ausgewiesen. Wählen Sie den See, der Ihren Interessen am besten entspricht. Klären Sie dann mit der Parkverwaltung, wo Sie halten dürfen, ob Ihre geplante Aktivität möglich ist und welche Bedingungen aktuell herrschen – auch mit Blick auf die saisonale Wasserführung des Tonga-Sees. Vergewissern Sie sich, dass Anreise und Rückfahrt organisiert sind. Halten Sie Abstand zu Nestern und empfindlichen Uferbereichen, lassen Sie Menschen und ihren Arbeitsgeräten genügend Platz und prüfen Sie vor der Mitnahme von Ferngläsern oder spezieller Fotoausrüstung die Zollbestimmungen. Beobachten Sie die Wildtiere aus der Entfernung.

Quellen

Die verwendeten Quellen und das jeweilige Prüfdatum stehen am Ende jedes Reiseführers.

Bildnachweise

Die Fotos wurden in der Größe angepasst und in WebP umgewandelt. Im Layout werden Bildausschnitte angezeigt; die zum Herunterladen angebotenen Originalfotodateien sind nicht beschnitten.

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