- Lage
- Im Blida-Atlas, südwestlich von Algier
- Wald
- Lebensraum der Atlaszeder im nördlichen Atlasgebirge
- Wasser
- Das Biosphärenreservat ist ein wichtiger Wasserspeicher für Algier, Blida und Médéa
Chréa liegt in der Berglandschaft des Blida-Atlas, doch sein Wasser verbindet das Gebiet mit dem Alltag in Algier, Blida und Médéa. Bewaldete Höhenzüge und die Bedürfnisse der Städte gehören hier zusammen. Die Atlaszeder zählt zu den charakteristischen Bäumen des Nationalparks; das umgebende Biosphärenreservat schützt seltene Ökosysteme des nördlichen Atlas und dient den Städten als wichtiger Wasserspeicher. Wer den Wald selbst oder die Berge rund um Blida kennenlernen möchte, sollte diese Verbindung zu den Städten im Blick behalten.
Die beiden Seiten des Gebirges
Südwestlich von Algier erstreckt sich das Biosphärenreservat Chréa entlang der nördlichen und südlichen Höhenzüge des Blida-Atlas. Wer beide Seiten betrachtet, kann die Berglandschaft besser einordnen: Ein einzelner bewaldeter Hang ist nur ein Teil des Ganzen. Bei einem Ausflug, der vor allem der Landschaft gilt, lohnt es sich, darauf zu achten, wie sich der Wald über das Gelände verteilt und wie die Höhenzüge zueinander liegen. Der weite Blick und die genaue Betrachtung eines Waldstücks ergänzen sich dabei.
Zeit für die Zedern
Bei einem Waldbesuch lohnt sich ein genauerer Blick auf die Atlaszedern. Statt eine lange Artenliste anzulegen, nehmen Sie sich Zeit für die Wuchsformen der Bäume und ihre Standorte an den Hängen. Ein paar Bäume miteinander zu vergleichen oder dem Umriss eines bewaldeten Höhenzugs mit den Augen zu folgen, kann ergiebiger sein, als noch einen weiteren Halt einzuplanen. Das passt zu einem kleinen Ausflug ebenso wie zu einer längeren Wanderung.
Der Nationalpark ist auch Lebensraum des Berberaffen. Chréas Bäume und Tierwelt gehören zu den Ökosystemen des nördlichen Atlas, von denen einige selten und gefährdet sind. Der Wald ist als Lebensraum an sich wertvoll – auch für all die Lebewesen, die bei einem Besuch verborgen bleiben.
Ein Wasserspeicher für Algier, Blida und Médéa
Das Reservat ist ein wichtiger Wasserspeicher für Algier, Blida und Médéa. Seine Wälder zu schützen, ist deshalb nicht nur eine Frage des Naturschutzes, sondern auch für das tägliche Leben in den Städten wichtig. Für Besucher heißt das ganz praktisch: Gewässer sauber halten und den eigenen Müll wieder mitnehmen.
Forschung und Alltag im Gebirge
Forschung und Bildung gehören zur Geschichte des Naturschutzes in Chréa. Nach Angaben der UNESCO wurde ein Ökomuseum eingerichtet, um die Öffentlichkeit für den Naturschutz zu sensibilisieren. Sie nennt außerdem eine Forschungsstation im Nationalpark mit Praktikumsplätzen für Studierende und Bildungsangeboten. Die Arbeit dieser Einrichtungen ist Teil einer längerfristigen Auseinandersetzung mit der Frage, wie Menschen das Gebirge erforschen und schützen. Chréa wurde 2002 als Biosphärenreservat nominiert.
Auch arabische und andalusische Einflüsse sowie die Kultur der Amazigh gehören zum Reservat. Chréa ist eine bewohnte Berglandschaft, eng verbunden mit den umliegenden Städten und Gemeinden. Das Interesse an den Zedernwäldern lässt sich mit Respekt für die Menschen verbinden, deren Leben und kulturelle Traditionen in dieser Gegend verwurzelt sind.
Ein eigener Ausflug zu den Chiffa-Schluchten
Wer eine andere Seite der Region um Blida kennenlernen möchte, kann für die Chiffa-Schluchten einen eigenen Ausflug einplanen. Im Gebiet zwischen Blida und Médéa rahmen steile Berghänge Kaskaden und den tiefer gelegenen Oued ein. Hier steht der Wasserlauf im Mittelpunkt – anders als bei einem Ausflug zu den bewaldeten Höhenzügen Chréas. Wer beiden Zielen einen eigenen Platz im Reiseplan gibt, lässt sich Zeit, diesen Unterschied wahrzunehmen. Die Schluchten sind ein benachbartes Ausflugsziel; dieser Reiseführer behandelt dagegen die Wälder Chréas und das Biosphärenreservat.
Den Ausflug planen
Lassen Sie sich im Wald Zeit. Ein Besuch mit Pausen, in denen Sie die Bäume betrachten und vergleichen, wird Chréa auch ohne den Schnee auf dem Titelbild gerecht. Entscheiden Sie, ob es an diesem Tag vor allem um den Blick auf die Berglandschaft oder um eine Tour zu Fuß gehen soll. Erkundigen Sie sich dann bei der Parkverwaltung, welche Bereiche betreten werden dürfen, wie die aktuellen Bedingungen sind und welche Einschränkungen gelten. Organisieren Sie den Rückweg, bevor Sie losgehen, nehmen Sie Trinkwasser und geeignete Kleidung mit und halten Sie Lebensmittel von Wildtieren fern. Lassen Sie die Berberaffen ungestört und fragen Sie gesondert nach, wenn Sie eine der Bildungseinrichtungen besuchen möchten.













