Geboren am 18. Januar 1938 in El-Asnam (heute Chlef), Hassiba Ben Bouali y begann ihr Grundschulstudium, das sie an der Aïn-Zerga-Schule in Algier fortsetzte, wo sich ihre Eltern 1947 niedergelassen hatten.
Sie erhielt 1950 das Grundschulzeugnis und besuchte das Pasteur-Gymnasium (heute ein Nebengebäude der Zentralfakultät), wo sie bis zum zweiten Jahr studierte. Viele Zeugenaussagen stellen sie als eine besonders wachsame, neugierige und sensible Teenagerin dar.
So unternahm sie auf Kundschaftertouren lange Wanderungen durch das Land und entdeckte die beklagenswerten Lebensbedingungen der algerischen Bauernschaft. Die Zurschaustellung von Ungerechtigkeit empört sie zutiefst. Hassiba Ben Bouali träumte davon, Krankenschwester zu werden, aber sie konnte nur in einem Sozialbüro arbeiten, wo sie ihre Vision von der Situation der Algerier verwirklichen würde.
Ihr Bewusstsein führte dazu, dass sie im Alter von 16 Jahren in der Allgemeinen Union algerischer muslimischer Studenten aktiv wurde. Von da an engagierte sie sich immer mehr im nationalistischen Kampf und schloss sich gegen Ende 1956 zusammen mit anderen jungen Mädchen einem der Netzwerke der Fedajin an, die sich während der Schlacht von Algier hervorgetan hatten.
Sie war somit Teil einer Gruppe, die für die Herstellung von Bomben und deren Platzierung an den Einsatzorten verantwortlich war. Doch schließlich sammelten die französischen Geheimdienste Informationen über diese Gruppe. Die geheime Bombenfabrik wurde sofort durchsucht und es kam zu zahlreichen Festnahmen.
Hassiba Ben Bouali ist dann gezwungen, ihr Zuhause zu verlassen und sich der Kasbah anzuschließen, der von Kolonialsoldaten patrouillierten Zitadelle der Revolution. Zu dieser Zeit verschärfte sich die Repression in Algier. Die französischen Behörden wollten den städtischen Netzwerken der FLN ein Ende bereiten, die unter Siedlern Panik säten und deren spektakuläre Aktionen ein großes internationales Publikum fanden.
Im Februar 1957 wurde Larbi Ben M'hidi, Chef der autonomen Zone von Algier, verhaftet und ermordet. In den folgenden Monaten kam es zu weiteren Festnahmen. Am 8. Oktober 1957 befand sich Hassiba Ben Bouali in Begleitung von Ali la Pointe und dem kleinen Omar im Alter von zwölf Jahren in einem Versteck in der Rue des Abderames Nummer fünf im Herzen der Kasbah.
Bei Einbruch der Dunkelheit wurde das Haus von französischen Fallschirmjägern umzingelt. Die drei Fedayins wurden zur Kapitulation aufgefordert. Angesichts ihrer Weigerung sprengten die französischen Soldaten das Haus in die Luft. Hassiba Ben Bouali und seine Gefährten kamen unter den Trümmern ums Leben, ebenso wie 17 Algerier, deren Häuser durch die Explosion weggefegt wurden.
Das Martyrium von Hassiba Ben Bouali wurde zu einem weiteren Grund für die Entschlossenheit des algerischen Volkes und zu einem eindrucksvollen Beispiel für die Beteiligung algerischer Frauen am Befreiungskampf.












