Raï ist eine der wichtigsten populären Musikformen Algeriens. Aus Oran und dem westlichen Algerien heraus wurde aus lokaler Alltagssprache, Meinung und Erfahrung ein Klang, der erst Algerien und dann die Welt erreichte.

Raï-Musik
Das Wort raï bedeutet Meinung, Rat, Erfahrung und persönliche Sicht auf das Leben. Schon früh sangen Interpreten über soziale Probleme, Liebe, Tabus, Alkohol, Freiheit und die Rolle der Jugend.
Traditioneller Raï
Der traditionelle Raï war mit Gasba, Derbouka, Bendir und lokalen Melodien verbunden. In den 1930er Jahren nutzten Sänger aus Oran wie Ben Yamina und Doubahi diese Form, um über Gesellschaft und Kolonialzeit zu sprechen.
Entwicklung
Mit dem Wahrani, starken Frauenstimmen wie Cheikha Remitti und neuen Instrumenten veränderte sich der Klang. Violine, Akkordeon, Laute, E-Gitarre, Trompete und Saxophon kamen hinzu. Mohammed Zargui und Messaoud Bellemou öffneten den Weg zum Pop-Raï.
Die Cheb-Generation
Ende der 1970er und Anfang der 1980er trat die Cheb-Generation auf: Cheb Khaled, Cheb Sahraoui, Cheba Fadéla, Cheb Mami und Cheb Hasni. Kassetten verbreiteten die Musik schnell in Vierteln, Taxis, Familienfeiern und in der Diaspora.
Internationale Verbreitung
1985 wurde Raï mit dem ersten Festival in Oran offiziell anerkannt. Danach wurde er international, besonders durch Paris, Los Angeles, Didi und Aïcha. Heute mischt sich Raï mit Pop, Rap, Hip-Hop und elektronischen Klängen, bleibt aber eine direkte soziale Stimme.












