- Kategorie
- Kulturpark
- Berglandschaft
- Vom Assekrem blickt man auf das Atakor-Plateau
- Geschützte Gewässer
- Gueltates Afilal, ein Ramsar-Feuchtgebiet und eine Wasserquelle für die Bevölkerung vor Ort
Wer über den Atakor blickt, nimmt die Landschaft anders wahr als bei einer näheren Betrachtung von Afilal. Im einen Fall prägen die Formen der Berge den Eindruck, im anderen sind es kleine Terrassen, Wasserbecken und Kaskaden inmitten der Wüste. Beides hilft, den Ahaggar zu verstehen: einen Kulturpark, in dem natürliche Lebensräume und menschliche Geschichte zur selben Landschaft gehören. Assekrem bietet einen Ausgangspunkt, um die Berglandschaft kennenzulernen. Das Wasser, die Felsgravuren und die regionale Architektur können weitere Schwerpunkte einer Reise sein.
Natur und Kultur in einer Landschaft
Das algerische Kulturministerium führt den Ahaggar als Kulturpark. Diese Ausweisung verbindet Natur und Kultur innerhalb eines gemeinsamen Gebiets. Sie passt zu einer Region, deren Besonderheiten von den Bergformen über geschützte Wasservorkommen bis zu den Spuren menschlichen Lebens reichen.
Behalten Sie diese Vielfalt im Blick, wenn Sie die Schwerpunkte einer Reise wählen. Im Atakor können Sie sich Zeit für die Berge nehmen; wer sich für Architektur oder Felskunst interessiert, wird die Reise anders ausrichten. Ein Ausflug zum Assekrem erschließt einen Teil des Ahaggar, nicht die gesamte Kulturlandschaft. Tassili n’Ajjer ist ein eigenständiger Kulturpark.
Assekrem, Ilmane und Tahat Atakor
Vom Assekrem blickt man auf das Atakor-Plateau. Ilmane liegt auf dessen Westseite, Tahat Atakor im Norden. Wer diese Namen auseinanderhält, kann die einzelnen Berge im Panorama und ihre Lage zueinander geografisch genauer einordnen.
Die mit Charles de Foucauld verbundene Einsiedelei ist ein historischer Anlaufpunkt am Assekrem. Neben der Aussicht auf die Berge gibt es hier also auch kulturelles Erbe zu entdecken. Wer Zeit dafür einplant, kann sich sowohl mit dieser Geschichte als auch mit den Geländeformen beschäftigen und Assekrem selbst in den Mittelpunkt des Besuchs stellen, statt den Ort nur als Zwischenstopp auf einer größeren Rundreise zu betrachten.
Leben rund um die Wasserbecken
Die Gueltates Afilal sind ein Ramsar-Feuchtgebiet. Die ökologische Beschreibung des Gebiets nennt kleine Terrassen, Wasserbecken und Kaskaden sowie ganzjährig vorhandenes Wasser inmitten der Wüste. Zu den Fischarten gehört die Wüstenbarbe, zu den mehrjährigen Pflanzen Olea laperrinei. Diese Konzentration von Wasser und Leben auf engem Raum zeigt eine ökologische Seite der Berglandschaft, die beim Blick aus der Ferne nicht erkennbar ist.
Das Wasser wird zugleich von Menschen genutzt. Die örtlichen Tuareg-Gemeinschaften beziehen aus den Gueltates Wasser für ihren häuslichen Bedarf und ihre Herden. Dieser Zusammenhang ist wesentlich, um Afilal zu verstehen: Lebensraum und Wasserquelle für die Gemeinschaft sind hier ein und derselbe Ort. Bei einem Besuch kann daher die Frage im Vordergrund stehen, wie das Wasser hier Leben ermöglicht – nicht die Vorstellung eines Zwischenstopps zur Erholung.
Viehhaltung und Jagd im Felsbild
Zu den Felsgravuren des Ahaggar gehören Szenen der Viehhaltung und der Jagd. Unter den dargestellten Tieren nennt die Beschreibung des regionalen Kulturerbes Elefanten, Nashörner und Giraffen. Diese Bilder machen frühere menschliche Tätigkeiten in einer Landschaft sichtbar, die häufig zunächst wegen ihrer Bergpanoramen wahrgenommen wird.
Für die Deutung lohnt es sich, bei den Motiven anzusetzen: Welche Tätigkeiten sind dargestellt, welche Tiere sind zu erkennen und wie erscheinen Menschen- und Tierfiguren gemeinsam in einem Bild? Wer bei einem Besuch Zeit für Erläuterungen einplant, kann diesen Einzelheiten genauer nachgehen, als wenn ein Felsbild nach dem anderen auf dem Programm steht. Die Gravuren geben Einblick in das Leben und die Lebensräume vergangener Zeiten.
Tamanrasset und die Bauwerke der Region
Zu den Beispielen für das bauliche Erbe der Region zählen der Ksar Ag Amstan in Tamanrasset und Sourou Tazrouk oberhalb des Wadi Tazrouk. Hinzu kommen die Kasbahs von Silet und Tit. Diese Orte erweitern den Blick auf die Geschichte über die Felsgravuren und die Einsiedelei am Assekrem hinaus.
Das Mausoleum von Tin Hinan liegt in der Gemeinde Abalessa. Wer eine Reise mit Schwerpunkt auf dem kulturellen Erbe plant, sollte diese Ziele bei der Routenplanung einzeln berücksichtigen. Sie bieten unterschiedliche historische Schwerpunkte, von Siedlungen bis hin zu einem Mausoleum. Sowohl die Architektur als auch die Lage jedes Ortes lohnen eine nähere Betrachtung.
Die Reise im Detail abstimmen
Lassen Sie sich von einem Veranstalter die Route nennen und klären Sie, wie anspruchsvoll die Fußetappen sind und welche Übernachtungen vorgesehen sind. Erkundigen Sie sich anschließend bei den zuständigen Behörden, welche Genehmigungen aktuell erforderlich sind und welche Einschränkungen gelten. Regeln Sie vor der Abreise die Wasserversorgung, die Kommunikation und die Rückkehr und klären Sie Gebäudebesichtigungen gesondert. Planen Sie die Trinkwasserversorgung unabhängig von Afilal und halten Sie Seife und Abfälle aus den Wasserbecken fern. Lassen Sie Felskunst unberührt, respektieren Sie private und bewohnte Bereiche und fragen Sie, bevor Sie Menschen fotografieren. Der übergreifende Planungsleitfaden behandelt Ausrüstung, Versicherungsschutz und die Fragen, die je nach Staatsangehörigkeit zu klären sind.













